Vom Netbook zum “Hackbook mini”

Wie bereit erwähnt, bin ich ja vor kurzem auf einen Mac umgezogen. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass Mac OS X mein Betriebssystem für die Zukunft ist. Mit meinem Mac Mini bin ich soweit zufrieden, aber für den mobilen Einsatz fehlt noch was. Der nächste Sommer kommt ja auch bestimmt und da würde ich gerne auch mal auf der Terrasse sitzen und mit einem Mac arbeiten. Apple hat drei Notebookvarianten auf Lager: ein MacBook, ein MacBook Pro oder ein MacBook Air – preislich irgendwo zwischen 999 EUR und 2249 EUR. Um es kurz zu machen: für den Einsatz “zwischendurch” zu teuer.

Nachdem ich ein bißchen gegoogelt habe, bin ich auf ”Hackintosh” gestoßen – ein Begriff, der den Einsatz von Mac OS auf normalen PCs und auch Netbooks zusammenfaßt. Das klang interessant – zu verlockend es nicht zumindest mal auszuprobieren.

Rechtliches

Apple verkauft Mac OS X nur mit oder für Macs und schreibt dies auch in die Lizenzvereinbarungen. Installiert man nun Mac OS X auf anderer Hardware, verstößt man gegen diese Bestimmungen. In Deutschland ist es aber umstritten, ob diese Lizenzvereinbarungen rechtlich wirklich Gültigkeit haben, da sie erst für den Kunden einsehbar sind, wenn man das Produkt auspackt, also schon gekauft ist. Benutzt man eine Installations-DVD, die schon auf einem anderen Mac verwendet wurde und dieser noch läuft, ist es aber auf jeden Fall illegal. Deshalb gilt: eine Mac OS X DVD bzw. -Lizenz muss zwingend angeschafft werden, dann befindet man sich zumindest in einer Grauzone, so lange die Problematik mit den Lizenzvereinbarungen nicht rechtlich geklärt wurde.

Die Einkaufsliste – was brauche ich für meinen “Hackintosh”?

  1. Netbook ab ca. 250 EUR – mir steht leihweise ein Samsung NC10 zur Verfügung…
  2. Mac OS X Lizenz – habe ich bei Ebay für ca. 40 EUR gekauft.
  3. USB-Stick mit mind. 8 GB Speicherkapazität, würde ungefähr 20 EUR kosten, ich habe schon einen 16GB-Stick…
  4. in meinem Fall war eine WLAN-Karte (Dell DW1490) für ca. 10 EUR noch fällig. Die Atheros-Karte im NC10 wird von Mac OS X nicht unterstützt.
  5. Metallaufkleber mit dem Apple-Logo (s.unten). 10 Stück in 2x2cm für 5 EUR bei Ebay… ;-)

Vorarbeiten

Es gibt mehrere Möglichkeiten Mac OS X zu installieren. Für PCs ist evtl. die iBoot-Variante interessant. Für mein Netbook gibt es allerdings ein eigenes (besser geeignetes) Projekt: den NetbookInstaller von Meklort. Während man bei iBoot einfach die Installations-DVD verwenden kann, erstellt man mittels NetbookInstaller einen Installationsstick, nachdem man ein Image (.dmg) von der Installations-DVD gemacht hat. Der Stick beinhaltet dann einen Bootloader und die Installationsdateien – ready to run!

Installation

Die eigentliche Installation gestaltet sich recht simpel und besteht eigentlich nur aus “Fortfahren”-Klicken. Das einzige, was in der Regel noch gemacht werden muss, ist die Festplatte einzurichten. Mac OS X will nur auf einer Partition vom Typ “Mac OS Extended (Journaled)” installieren. Da man diese bei solchen Projekt noch nicht hat, muss man sie mittels Festplatten-Dienstprogramm anlegen.

Arbeiten mit dem “HackBook mini”

Der erste Start dauert noch etwas länger, aber dann befindet man sich eben auf einem Mac, auch wenn man es dem Netbook äußerlich nicht ansieht. Installiert habe ich die Version 10.6.3, also Snow Leopard. Updates auf höhere Versionen habe ich noch nicht gemacht, ist ja auch erst mal nur zum Testen.

Das geschulte Auge sieht vielleicht, dass das Netbook nur 1 GB RAM hat. Das ist sicher die unterste Grenze für einen sinnvollen Einsatz. Für weitere 30-40 EUR kann man einen 2 GB RAM-Riegel kaufen, womit man auch schon das Limit beim NC10 erreicht hätte.

Die ersten Stunden am “HackBook mini” zeigen allerdings auch mit 1GB ein angenehm stabiles und ausreichend schnelles System auf der sparsamen Hardware. Die “netbookeske” Auflösung von 1024×600 ist natürlich gewöhnungsbedürftig, wenn man sonst einen 27″-TFT mit 1920×1080 gewohnt ist. Aber gut – es wäre ja nur als Notlösung gedacht, da läßt sich das verschmerzen.

Fazit und ToDo

Faszinierend – ein Netbook mit Mac OS X, und das für unter 350 EUR!!!
Die Installation war einfach, die Performance so, wie man es von einem Netbook erwartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Ich war durch einschlägige Internetforen vorgewarnt; die interne WLAN-Karte funktioniert nicht unter Mac OS X. Die Lösung ist aber eigentlich schon gefunden: durch Einbau einer Dell DW1490, die ich bei Ebay erstanden habe. Wenn Sie hoffentlich bald den Weg aus den USA nach Deutschland gefunden hat, werde ich hoffentlich ein rundum zufriedenstellendes Mac-Netbook haben. Weiterhin habe ich noch nicht herausgefunden, ob ich jetzt ganz normal Updates machen kann oder ob noch eine neue NetbookInstaller-Version brauche.

Am Ende bleibt natürlich noch ein bitterer Beigeschmack wegen Apples Lizenzbestimmungen. Darf ich das Netbook überhaupt mit Mac OS X betreiben, wenn ich eine Lizenz gekauft habe?

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Endlich funkt das “HackBook mini” im WLAN | MN@2.0

  2. Pingback: Once you go Mac you never go back | noltenet.de

  3. Moin wie hastn das mit der grafik gemacht bei meinem ao532h kriege ich die graka nicht installiert -.- ziemlich beschissen auch zum surfen! hast du da ne lösung?

  4. Hallo. Danke für deinen Bericht. Läuft oder lief denn alles andere, mal abgesehen vom W-Lan?

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